Ja-Nein-Tarot

Beim Ja-Nein-Tarot ziehst du zu einer konkreten Frage eine Karte und liest ihre Tendenz: Ja, Eher Ja oder Nein. Dieses Ja-Nein-Orakel nutzt die 22 Großen Arkana, ist kostenlos und nennt zu jeder Karte die Bedingung, unter der ihre Antwort gilt.

Stell deine Frage und zieh eine Karte

Welche Karten bedeuten Ja, welche Nein?

Von den 22 Karten der Großen Arkana stehen 12 für Ja, 4 für ein Ja mit Bedingung und 6 für Nein. Die Einordnung folgt dem Abschnitt „Ja oder Nein?“ auf der jeweiligen Kartenseite.

KarteTendenzKurz gesagt
0 · Der Narr Ja Für Aufbrüche und Neuanfänge gilt der Narr als klares Ja.
1 · Der Magier Ja Ja, sagt der Magier in der üblichen Lesart, solange es um etwas geht, das du selbst in die Hand nehmen kannst.
2 · Die Hohepriesterin Eher Ja In Ja-Nein-Legungen steht die Hohepriesterin für eher Ja, mit Bedingung.
3 · Die Herrscherin Ja Auf eine Ja-Nein-Frage antwortet die aufrechte Herrscherin mit einem klaren Ja.
4 · Der Herrscher Ja Der aufrechte Herrscher gibt ein Ja, sofern ein Plan dahintersteht.
5 · Der Hierophant Eher Ja Beim Hierophanten fällt die Antwort eher Ja, mit Bedingung aus.
6 · Die Liebenden Ja Bei Herzensfragen geben Die Liebenden ein deutliches Ja.
7 · Der Wagen Ja Der Wagen steht für ein Ja mit Tempo.
8 · Die Kraft Ja Die Kraft sagt Ja, wenn Ausdauer und Mut gefragt sind.
9 · Der Eremit Nein Nein, zumindest für den Moment: So wird der Eremit bei Ja-Nein-Fragen gewöhnlich gelesen.
10 · Rad des Schicksals Ja Eine Wende zum Besseren zeigt das Rad des Schicksals an, deshalb wird es in Ja-Nein-Legungen als Ja gelesen.
11 · Die Gerechtigkeit Eher Ja Bei der Gerechtigkeit hängt das Ergebnis an deinem eigenen Anteil, deshalb lautet die Tendenz eher Ja, mit Bedingung.
12 · Der Gehängte Nein Ein Nein, genauer gesagt ein Noch-nicht, ist die übliche Antwort des Gehängten.
13 · Der Tod Nein Soll etwas so bleiben, wie es ist, antwortet der Tod mit Nein.
14 · Die Mässigkeit Eher Ja Die Tendenz von Karte 14 lautet eher Ja, mit Bedingung, und die Bedingung heißt Maß.
15 · Der Teufel Nein Gängige Ja-Nein-Deutungen werten den aufrechten Teufel als Nein.
16 · Der Turm Nein Der Turm gehört zu den deutlichen Nein-Karten.
17 · Der Stern Ja Der Stern verspricht ein Ja, das sich Zeit lässt.
18 · Der Mond Nein Zieht man den Mond auf eine Ja-Nein-Frage, gilt das in der Regel als Nein, weil die Lage für eine sichere Antwort zu unklar ist.
19 · Die Sonne Ja Die Sonne gilt als das deutlichste Ja der Großen Arkana.
20 · Das Gericht Ja Das Gericht gilt in Ja-Nein-Legungen als Ja, vor allem bei der Frage nach einer zweiten Chance oder einer Rückkehr.
21 · Die Welt Ja Als Karte der Vollendung gibt die Welt ein Ja, am deutlichsten bei Fragen nach einem Abschluss.

So funktioniert das Ja-Nein-Orakel

Du tippst deine Frage ein, wenn du magst, und ziehst eine Karte aus den 22 Großen Arkana. Das Ergebnis ist eine Tendenz. Sie stammt aus der Deutungstradition der jeweiligen Karte und ist auf jeder Kartenseite im Abschnitt „Ja oder Nein?“ ausführlich beschrieben. Die Sonne gilt dort als das deutlichste Ja der Großen Arkana, Der Turm als klares Nein.

Zwischen diesen Polen gibt es Abstufungen. Vier Karten tragen die Tendenz „Eher Ja“, weil ihr Ja an eine Bedingung geknüpft ist. Bei der Hohepriesterin liegt diese Bedingung in dir: Das Ja gilt, wenn dein Gefühl die Antwort bereits kennt. Auch bei den übrigen Karten lohnt der Blick auf die Bedingungen. Der Gehängte zählt zu den Nein-Karten, meint aber meist ein Noch-nicht, also eine Pause, in der Drängen wenig bewirkt. Der Tod verneint die Frage, ob etwas so bleibt, wie es ist, und bejaht in der Deutung einen Neuanfang.

Die Tendenzen in der Übersichtstabelle gelten für die aufrecht gelesene Karte. Was sich in umgekehrter Lage ändert, steht ebenfalls im Ja-Nein-Absatz der Kartenseite. Die ausführliche Deutung aller 22 Karten findest du in der Übersicht der Großen Arkana.

Eine Karte gibt dir einen Impuls. Gewissheit über den Ausgang einer Sache kann sie dir nicht geben. Am meisten nützt das Orakel, wenn du auf deine eigene Reaktion achtest. Erleichterung bei einem Ja oder Enttäuschung bei einem Nein verrät oft, welche Antwort du dir längst wünschst. Hast du keine konkrete Frage und suchst eher ein Thema für den Tag, passt die Tarot Tageskarte besser.

Gute Ja-Nein-Fragen stellen

Wie brauchbar die Antwort ist, hängt stark von der Frage ab. Eine gute Ja-Nein-Frage ist konkret und enthält nur eine einzige Frage. Sie hat einen zeitlichen Rahmen und richtet den Blick auf das, was du selbst tun kannst. Das Eintippen der Frage ist freiwillig. Es lohnt sich trotzdem, sie einmal auszuformulieren, bevor du ziehst, denn beim Schreiben merkst du schnell, ob sie wirklich mit Ja oder Nein zu beantworten ist.

Ein schwaches Beispiel ist „Wird alles gut?“. Die Frage ist so offen, dass jede Antwort passt und keine weiterhilft. Besser ist „Soll ich meine Chefin noch in diesem Monat auf die freie Stelle ansprechen?“. Diese Frage nennt eine Handlung und einen Zeitraum, das Ja oder Nein bezieht sich also auf einen Schritt, den du gehen kannst.

Achte auch darauf, keine zwei Entscheidungen in eine Frage zu packen. Bei „Soll ich umziehen und den Job wechseln?“ bleibt offen, worauf sich ein Ja bezieht. Stell solche Fragen einzeln und mit etwas Abstand. Je enger der Zeitraum gefasst ist, desto leichter lässt sich die Antwort später mit dem vergleichen, was tatsächlich geschehen ist.

Wann das Orakel nicht weiterhilft

Bei Entscheidungen zu Gesundheit, Recht oder Geld ist der Rat von Fachleuten gefragt, eine Tarotkarte kann ihn nicht ersetzen.

Schwierig sind auch Fragen über Dritte. Ob eine andere Person dich vermisst oder was sie plant, liegt außerhalb dessen, was eine Karte für dich spiegeln kann. Die Antwort sagt dann mehr über deine Hoffnung als über den anderen Menschen. Hilfreicher ist es, die Frage auf dich zurückzulenken, etwa auf den Schritt, den du selbst gehen möchtest. Aus „Meldet er sich wieder?“ wird so die Frage, ob du dich in dieser Woche bei ihm melden sollst.

Wenig bringt es außerdem, so lange zu ziehen, bis das gewünschte Ergebnis erscheint. Jede neue Ziehung ist eine neue Zufallskarte, und von den 22 Karten tragen 16 die Tendenz Ja oder Eher Ja. Nach wenigen Versuchen kommt deshalb fast zwangsläufig eine Zustimmung. Das wiederholte Ziehen zeigt dir vor allem, welche Antwort du dir erhoffst. Diese Erkenntnis kann nützlich sein, die Karte selbst trägt dann aber nichts mehr bei. Leg die Frage in diesem Fall für einige Tage beiseite und zieh erst wieder, wenn sich an der Lage etwas verändert hat.

Häufige Fragen

Wie zuverlässig ist ein Ja-Nein-Orakel?

Ein Ja-Nein-Orakel sagt keine Zukunft voraus. Die Karte wird zufällig gezogen, und ihre Tendenz beruht auf der überlieferten Deutung der Großen Arkana. Nützlich ist das Orakel als Spiegel für eine Entscheidung, die du ohnehin treffen musst. Achte darauf, wie du auf die Antwort reagierst. Erleichterung oder Enttäuschung zeigen dir oft deutlicher als die Karte selbst, wozu du neigst.

Darf ich dieselbe Frage zweimal stellen?

Direkt hintereinander ist das wenig sinnvoll. Eine zweite Ziehung liefert eine neue Zufallskarte und macht die erste Antwort nicht genauer. In der Tarotpraxis gilt die Faustregel, eine Frage erst dann erneut zu stellen, wenn sich die Lage verändert hat, etwa nach einem klärenden Gespräch oder nach einigen Tagen. Formuliere die Frage dann so, dass sie den neuen Stand berücksichtigt.

Warum gibt es mehr Ja- als Nein-Karten?

Die Tendenzen folgen der Deutung der einzelnen Karten, und viele Große Arkana stehen in der Überlieferung für Aufbruch, Wachstum oder Gelingen. Zwölf Karten gelten als Ja, vier als Eher Ja und sechs als Nein. Lunyear gleicht diese Verteilung nicht künstlich aus. Ein Ja kommt deshalb häufiger als ein Nein, und die Bedingungen auf der jeweiligen Kartenseite verdienen besondere Beachtung.

Was bedeutet „Eher Ja“?

„Eher Ja“ steht für eine Zustimmung mit Bedingung. Vier Karten tragen diese Tendenz: die Hohepriesterin, der Hierophant, die Gerechtigkeit und die Mäßigkeit. Bei der Gerechtigkeit gilt das Ja zum Beispiel, wenn du fair und offen gehandelt hast. Bei der Mäßigkeit gelingt ein Vorhaben, wenn es Schritt für Schritt wachsen darf. Welche Bedingung genau gilt, steht im Ja-Nein-Absatz der jeweiligen Kartenseite.