Was beim Neumond passiert
Bei Neumond holt der Mond auf seinem Umlauf die Sonne ein. Für einen Beobachter auf der Erde stehen beide dann in derselben Richtung am Himmel, ihre ekliptikale Länge ist gleich. Die Astronomie spricht von Konjunktion. Der Mond wendet der Erde in diesem Augenblick seine unbeleuchtete Seite zu und geht ungefähr mit der Sonne auf und unter. Im hellen Tageslicht neben ihr bleibt er unsichtbar. Wann Neumond ist, nennt die Tabelle oben deshalb als Uhrzeit, gerechnet für Deutschland.
Eine Sonnenfinsternis entsteht nur bei Neumond. Die Bahn des Mondes liegt etwas schräg zur Bahn der Erde. Darum wandert der Neumond meist knapp ober- oder unterhalb der Sonnenscheibe vorbei. Nur wenn der Neumond nahe einem Mondknoten liegt, schiebt er sich vor die Sonne, und sein Schatten trifft auf einen schmalen Streifen der Erde.
Ein bis zwei Abende nach dem Neumond taucht die erste Sichel auf, sehr schmal und tief im Westen kurz nach Sonnenuntergang. Ihre helle Seite zeigt zur gerade untergegangenen Sonne. Im islamischen Kalender beginnt ein neuer Monat traditionell erst, wenn diese Sichel gesichtet wird. Zwischen dem berechneten Neumond und dem ersten sichtbaren Mond liegen also bis zu zwei Tage.
Neumond Bedeutung spirituell
In der spirituellen Deutung steht der Neumond für den Anfang. Der alte Zyklus ist abgeschlossen, und vom nächsten Abend an wächst das Licht wieder. Daraus entsteht das Bild der Saat: Was jetzt gesät wird, braucht Zeit und bleibt zunächst unsichtbar. Viele, die mit dem Mond arbeiten, legen ihre Absichten und Vorhaben deshalb auf den Neumond.
Zum Anfang gehört der Rückzug. Weil kein Mondlicht scheint, gilt die Neumondnacht als still und nach innen gewandt. Die Deutung rät, an diesem Tag wenig zu entscheiden und mehr zu beobachten, was als Nächstes dran ist.
Die Neumond-Bedeutung unterscheidet sich vor allem in der Richtung von der des Vollmonds. Der Vollmond gilt als Höhepunkt, an dem etwas sichtbar wird und geerntet werden kann. Der Neumond setzt den Keim dafür. Zwischen beiden liegen knapp 15 Tage, in denen das Licht zunimmt. In vielen Mondritualen gehören die zwei Termine deshalb zusammen: Zum Neumond wird eine Absicht formuliert, zum Vollmond wird nachgesehen, was daraus geworden ist.
Neumond-Rituale: Absichten setzen
Das verbreitetste Neumond-Ritual ist das Aufschreiben von Absichten. Es braucht nur Papier und eine ruhige halbe Stunde am Abend des Neumonds oder am Tag danach.
- Räume den Platz auf, an dem du schreibst. Ordnung im Außen gilt in vielen Ritualen als Zeichen, dass Neues Platz bekommt.
- Werde einige Minuten still, bei gedämpftem Licht und ohne Telefon. Manche zünden dafür eine einzelne Kerze an.
- Schreibe ein bis drei Absichten auf, in der Gegenwartsform und so konkret, dass du sie in den nächsten vier Wochen beginnen kannst.
- Bewahre den Zettel auf und lies ihn zum Vollmond wieder.
Klein und konkret ist der wichtigste Teil. „Ich rufe meine Schwester jeden Sonntag an“ lässt sich umsetzen, „Ich will mehr Kontakt zur Familie“ bleibt vage. Große Wünsche dürfen trotzdem auf den Zettel, zerlegt in einen ersten Schritt, der zu diesem Mondzyklus passt. Mehr als drei Absichten lassen sich in einem Mondzyklus kaum im Blick behalten.
Neumond in den zwölf Sternzeichen
Bei Neumond stehen Sonne und Mond im selben Zeichen. Nach der astrologischen Deutung ziehen Gefühl und Wille dann in dieselbe Richtung, und das Zeichen gibt das Thema vor, das sich für einen Anfang anbietet. Jedes Zeichen ist einmal im Jahr an der Reihe, nämlich dann, wenn die Sonne gerade durch dieses Zeichen läuft.
Neumond im Widder
Der Widder eröffnet den Tierkreis, und sein Neumond fällt in die ersten Frühlingswochen. In der Astrologie gilt er deshalb als eine Art Neujahr. Sonne und Mond stehen gemeinsam im Feuerzeichen des Aufbruchs. Für einen Anfang bietet sich an, was Mut und Tempo braucht: ein Vorhaben, das du lange aufgeschoben hast, oder eine Entscheidung, die nur du treffen kannst.
Neumond im Stier
Wenn im späten Frühjahr alles grünt und wächst, treffen sich Sonne und Mond im Stier. Dieses Erdzeichen steht in der Deutung für Beständigkeit und Besitz. Der Neumond hier passt zu Anfängen, die langsam Wurzeln schlagen sollen. Typische Absichten drehen sich ums Sparen oder um eine Gewohnheit, die über Monate tragen soll. Schnelle Ergebnisse verspricht die Deutung dafür nicht.
Neumond in den Zwillingen
Zum Frühsommer hin stehen Sonne und Mond in den Zwillingen, dem beweglichen Luftzeichen. Ein Neumond in diesem Zeichen gilt als Start für alles, was mit Sprache und Austausch zu tun hat. Ein Sprachkurs passt hierher, auch ein Gespräch, das du lange vor dir hergeschoben hast. Weil die Zwillinge viele Ideen auf einmal bringen, hilft es, eine auszuwählen und die übrigen zu notieren.
Neumond im Krebs
Zwischen dem längsten Tag des Jahres und dem Hochsommer fällt der Neumond in den Krebs, das Zeichen, das in der Astrologie vom Mond selbst regiert wird. Er gilt als besonders gefühlsbetont und richtet den Blick nach Hause. Passende Anfänge sind ein neues Ritual mit der Familie oder ein Umzug. Auch eine Freundschaft wieder aufzunehmen, die eingeschlafen ist, gilt unter diesem Neumond als stimmig.
Neumond im Löwen
Im Hochsommer stehen Sonne und Mond im Löwen, dessen Herrscher in der Astrologie die Sonne ist. Die Deutung verbindet diesen Neumond mit Selbstausdruck und Freude. Er bietet sich an für ein kreatives Vorhaben, das du später zeigen willst, oder für den Entschluss, sichtbarer aufzutreten. Auch ein Hobby, das einfach Spaß macht, gilt als passender Anfang. Der Löwe-Neumond lädt ein, großzügig mit dir selbst zu sein.
Neumond in der Jungfrau
Im Spätsommer, wenn nach den Ferien der Alltag zurückkehrt, steht der Neumond in der Jungfrau. Das Erdzeichen steht in der Deutung für Ordnung und tägliche Abläufe. Hier beginnen Vorhaben, die den Alltag leichter machen, etwa eine neue Routine am Morgen oder ein aufgeräumter Arbeitsplatz. Die Jungfrau mag kleine, überprüfbare Schritte und gilt deshalb als ideales Zeichen für sehr konkrete Absichten.
Neumond in der Waage
In den ersten Herbstwochen treffen sich Sonne und Mond in der Waage. Tag und Nacht sind um diese Zeit etwa gleich lang, und die Deutung macht daraus das Thema Ausgleich. Ein Waage-Neumond eignet sich für Anfänge zu zweit, etwa eine klare Absprache in der Partnerschaft oder eine neue Zusammenarbeit. Auch Vorhaben rund um Schönheit und Gestaltung gelten als passend, zum Beispiel die Wohnung neu einzurichten.
Neumond im Skorpion
Im Spätherbst, wenn die Tage rasch kürzer werden, steht der Neumond im Skorpion. Das Wasserzeichen gilt in der Astrologie als Zeichen der Tiefe und der Verwandlung. Passende Absichten drehen sich ums Aufgeben und Bereinigen, etwa eine Gewohnheit zu beenden oder offen über Geld zu sprechen. Die Deutung empfiehlt, Vorsätze unter diesem Neumond ernst zu nehmen und zunächst für dich zu behalten.
Neumond im Schützen
Wenn die Sonne in den Wochen vor der Wintersonnenwende im Schützen steht, wird auch der Mond dort neu. Der Schütze ist ein Feuerzeichen mit dem Blick in die Ferne. Für einen Anfang passen Reisepläne oder ein Studium, auch die Beschäftigung mit Fragen nach Sinn und Glauben. Die Deutung verbindet diesen Neumond mit Zuversicht. Absichten dürfen hier größer ausfallen als sonst, solange ein erster Schritt feststeht.
Neumond im Steinbock
Um den Jahreswechsel stehen Sonne und Mond im Steinbock, dem Erdzeichen der Struktur. Dieser Neumond liegt nahe an den Vorsätzen, die viele zum neuen Jahr fassen, und gilt als guter Termin, sie realistisch zu machen. Hier beginnen Vorhaben mit langem Atem, etwa ein berufliches Ziel oder eine Ausbildung. Die Deutung rät, Etappen festzulegen und Zuständigkeiten klar zu benennen.
Neumond im Wassermann
Im Hochwinter, wenn die Sonne den Wassermann durchläuft, kommt der Neumond in dieses Luftzeichen. Auf ihn fällt meist auch das chinesische Neujahr, das sich in der Regel nach dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende richtet. In der Deutung steht der Wassermann für Freundschaft und Gemeinschaft. Ein Anfang hier kann ein Ehrenamt sein oder eine ungewöhnliche Idee, die du endlich ausprobierst.
Neumond in den Fischen
Der letzte Neumond im Tierkreis fällt im späten Winter in die Fische, kurz bevor mit dem Widder der Kreis von vorn beginnt. Die Deutung sieht in ihm einen leisen Übergang. Passend sind Absichten rund um Kunst und Spiritualität oder der Vorsatz, sich mehr Ruhe zu gönnen. Viele nutzen diesen Neumond auch, um Unerledigtes abzuschließen, damit der Frühling mit freiem Kopf beginnt.
Schwarzer Mond und Mondfinsternis-Saison
Ein Schwarzer Mond ist nach der heute üblichen Lesart der zweite Neumond in einem Kalendermonat. Er entsteht, wenn der erste Neumond ganz am Anfang eines Monats liegt, und ist in der Tabelle oben markiert. Seltener wird der Begriff für den dritten von vier Neumonden einer Jahreszeit verwendet oder für einen Februar ganz ohne Neumond. Mit der Lilith der Astrologie, die ebenfalls Schwarzer Mond heißt, hat er nichts zu tun.
Finsternisse kommen in Saisons. Etwa alle sechs Monate steht die Sonne nahe einem der Mondknoten. In diesem Fenster von gut einem Monat kann ein Neumond eine Sonnenfinsternis und ein Vollmond eine Mondfinsternis bringen. Deshalb folgen Sonnen- und Mondfinsternis oft im Abstand von zwei Wochen aufeinander. Die Saisons rücken jedes Jahr um knapp drei Wochen früher in den Kalender, weil die Mondknoten langsam rückwärts durch den Tierkreis wandern. In der astrologischen Deutung gelten Neumonde in diesen Wochen als Wendepunkte, deren Verlauf sich schwer planen lässt. Manche verzichten deshalb bei einer Sonnenfinsternis bewusst darauf, Absichten aufzuschreiben.