Was beim Vollmond passiert
Wann Vollmond ist, lässt sich auf die Minute angeben. Vollmond ist der Moment, in dem Sonne und Mond von der Erde aus gesehen genau gegenüberstehen, ihre Längen auf der Ekliptik liegen dann 180 Grad auseinander. Die Astronomie nennt diese Stellung Opposition. Der Vollmond geht ungefähr bei Sonnenuntergang auf und bleibt die ganze Nacht über am Himmel.
Von einem Vollmond zum nächsten vergehen im Mittel 29,53 Tage. Wer wissen will, wann wieder Vollmond ist, kann vom letzten Termin also gut 29 Tage weiterzählen und landet nahe am richtigen Datum. Der einzelne Abstand schwankt allerdings um mehrere Stunden, weil der Mond auf seiner elliptischen Bahn unterschiedlich schnell läuft. Die Tabelle oben rechnet deshalb jeden Termin einzeln nach den Formeln des Astronomen Jean Meeus, in deutscher Zeit und mit Sommerzeit.
Eine Mondfinsternis gibt es nur bei Vollmond, aber längst nicht bei jedem. Die Mondbahn ist um gut fünf Grad gegen die Erdbahn geneigt, deshalb zieht der volle Mond meist knapp über oder unter dem Erdschatten vorbei. Erst wenn der Vollmond nahe an einem der beiden Mondknoten liegt, also an einem Punkt, an dem seine Bahn die Ekliptik kreuzt, fällt der Schatten der Erde auf ihn.
Vollmond Bedeutung: was der Vollmond spirituell bedeutet
In der spirituellen Deutung ist der Vollmond der Höhepunkt des Mondzyklus. Was zum Neumond begonnen wurde, ist in gut zwei Wochen gewachsen und liegt jetzt im vollen Licht. Daraus leitet sich die wichtigste Vollmond-Bedeutung ab: Er macht sichtbar. Gefühle und offene Fragen, die vorher im Halbdunkel lagen, treten nach dieser Vorstellung deutlicher hervor.
Der zweite Gedanke ist die Ernte. In der bäuerlichen Überlieferung war der Vollmond das Licht, bei dem man abends noch draußen arbeiten konnte. Spirituell gelesen ist er der Moment, Bilanz zu ziehen: was seit dem letzten Neumond gewachsen ist und was sich nicht entwickelt hat.
Danach nimmt das Licht wieder ab. Deshalb gilt der Vollmond auch als Schwelle zum Loslassen. Viele nutzen die Tage danach, um Begonnenes abzuschließen und Gewohnheiten abzulegen, die nicht mehr passen. All das ist Deutung und Überlieferung, eine messbare Wirkung des Mondes auf das Gefühlsleben ist damit nicht gemeint.
Vollmond-Namen und Blue Moon
Die Namen in der Tabelle oben stammen aus Nordamerika. Sie gehen auf Bezeichnungen indigener Völker und früher Siedler zurück und wurden im 20. Jahrhundert vor allem durch den Maine Farmers’ Almanac bekannt, einen amerikanischen Bauernkalender. Jeder Name gehört zu einem Kalendermonat und hält fest, was die Menschen in dieser Zeit draußen beobachteten.
| Monat | Name |
|---|---|
| Januar | Wolfsmond |
| Februar | Schneemond |
| März | Wurmmond |
| April | Rosa Mond |
| Mai | Blumenmond |
| Juni | Erdbeermond |
| Juli | Hirschmond |
| August | Störmond |
| September | Erntemond |
| Oktober | Jägermond |
| November | Bibermond |
| Dezember | Kalter Mond |
Der Rosa Mond ist nach einer früh blühenden Wildblume benannt. Der Erntemond ist in der englischen Überlieferung genau genommen der Vollmond, der dem Herbstanfang am nächsten liegt, er kann also auch in den Oktober fallen. Die Tabelle oben ordnet die Namen einfach dem Kalendermonat zu.
Ein Blue Moon ist nach heutigem Sprachgebrauch der zweite Vollmond in einem Kalendermonat. Liegt der erste Vollmond ganz am Monatsanfang, passt in einen Monat mit 30 oder 31 Tagen ein zweiter hinein. Das geschieht etwa alle zwei bis drei Jahre, im Februar nie. Auch beim Blue Moon im Mai bleibt der erste Vollmond der Blumenmond, der zweite heißt einfach Blue Moon.
Ursprünglich zählte der Maine Farmers’ Almanac nach Jahreszeiten. In eine Jahreszeit, von der Sonnenwende bis zur Tagundnachtgleiche oder umgekehrt, fallen normalerweise drei Vollmonde. Waren es vier, hieß der dritte davon Blue Moon. Die Regel mit dem Kalendermonat entstand Mitte des 20. Jahrhunderts aus einer Fehldeutung in einer amerikanischen Astronomiezeitschrift. Blau ist der Mond in beiden Fällen nicht.
Vollmond in den zwölf Sternzeichen
Bei Vollmond steht der Mond immer im Zeichen gegenüber der Sonne. Fällt der Vollmond in den Widder, steht die Sonne in der Waage, und so weiter durch den ganzen Tierkreis. Die Deutung liest jeden Vollmond deshalb als Achse zwischen zwei Zeichen: Der Mond steht für das Gefühl, die Sonne für den bewussten Willen.
Vollmond im Widder
Im Frühherbst, wenn die Sonne in der Waage steht, leuchtet der Vollmond im Widder. Die Achse verbindet das eigene Ich mit dem Gegenüber. Die Waage sucht Harmonie, der Mond im Widder meldet die eigenen Wünsche mit Nachdruck an. In der Deutung zeigt dieser Vollmond, wo du dich in Beziehungen zu sehr angepasst hast. Er gilt als guter Moment, eine klare Grenze zu ziehen.
Vollmond im Stier
Dieser Vollmond fällt in den Spätherbst, während die Sonne den Skorpion durchläuft. Stier und Skorpion teilen sich die Achse von Besitz und Bindung: Was gehört mir, und was teile ich mit anderen. Der Mond im Stier sucht festen Boden, die Skorpion-Sonne drängt auf Wandel. In der Deutung lädt diese Nacht ein zu prüfen, woran du nur aus Gewohnheit festhältst.
Vollmond in den Zwillingen
Ende November oder im Dezember, solange die Sonne im Schützen steht, wird der Mond in den Zwillingen voll und zieht hoch über den Nachthimmel. Die Achse spannt sich zwischen Information und Sinn. Die Zwillinge sammeln Fakten und Meinungen, der Schütze fragt, was sie bedeuten. Gedeutet wird dieser Vollmond als Moment, in dem sich lose Gedanken zu einem Bild ordnen. Er gilt als günstig für ein klärendes Gespräch.
Vollmond im Krebs
Um den Jahreswechsel steht die Sonne im Steinbock und der Vollmond im Krebs, dem Zeichen, das der Mond in der Astrologie beherrscht. Oft ist das der Wolfsmond. Die Achse verbindet Familie mit Beruf und öffentlicher Rolle. Der Krebs-Mond fragt nach Geborgenheit, die Steinbock-Sonne nach Verantwortung. In der Deutung zeigt diese Nacht, ob dein Alltag beiden Seiten genug Raum lässt.
Vollmond im Löwen
Wenn die Sonne im Hochwinter den Wassermann durchwandert, leuchtet der Vollmond im Löwen. Die Achse handelt vom einzelnen Herzen und von der Gruppe. Der Löwe will gesehen werden, der Wassermann denkt an Freundeskreis und Gemeinschaft. Nach der Deutung macht dieser Vollmond sichtbar, wo du dich für andere kleiner machst oder umgekehrt zu viel Raum beanspruchst. Er steht für Mut zum eigenen Ausdruck.
Vollmond in der Jungfrau
Gegen Ende des Winters, wenn die Sonne in den Fischen steht, wird der Mond in der Jungfrau voll. Die Achse liegt zwischen Ordnung und Hingabe. Die Jungfrau prüft und verbessert im Kleinen, die Fische vertrauen auf das, was sich nicht planen lässt. Die Deutung sieht in diesem Vollmond eine Einladung, Pläne und Listen auf das Nötige zu kürzen. Was danach übrig bleibt, gilt als tragfähig.
Vollmond in der Waage
Der erste Vollmond nach Frühlingsbeginn steht immer in der Waage, weil die Sonne dann durch den Widder läuft. Nach ihm richtet sich, vereinfacht gesagt, das Osterdatum. Die Achse ist dieselbe wie beim Widder-Vollmond, mit vertauschten Rollen: Der Mond sucht Ausgleich und Nähe, die Sonne drängt vorwärts. In der Deutung prüft dieser Vollmond, ob Geben und Nehmen in Partnerschaften fair verteilt sind.
Vollmond im Skorpion
Im späten Frühling, wenn die Sonne im Stier steht, fällt der Vollmond in den Skorpion. Oft ist es der Blumenmond. Es ist die Stier-Skorpion-Achse aus dem Herbst, nun mit dem Mond auf der tiefen Seite. Gefühle zeigen sich nach der Deutung besonders stark, auch lange verdrängte. Der Skorpion-Vollmond gilt als Anlass, eine Bindung ehrlich anzuschauen und zu beenden, was nur noch Kraft kostet.
Vollmond im Schützen
Im Frühsommer steht die Sonne in den Zwillingen und der Vollmond im Schützen. Die Achse ist dieselbe wie im Winter, gespiegelt: Jetzt spricht der Mond für Weite und große Fragen, die Sonne für Alltag und Austausch. In der Deutung weckt dieser Vollmond Fernweh. Er gilt als guter Zeitpunkt, eine alte Überzeugung zu überprüfen und dir neue Ziele zu stecken.
Vollmond im Steinbock
In den Wochen nach der Sommersonnenwende, wenn die Sonne im Krebs steht, wird der Mond im Steinbock voll. Er zieht dann tief über den Südhorizont, gegenüber der hoch stehenden Sommersonne. Familie und Beruf stehen sich wieder gegenüber, diesmal mit dem Mond auf der Seite der Pflicht. Astrologisch gilt er als nüchterner Vollmond, der zeigt, welche Ziele tragfähig sind.
Vollmond im Wassermann
Im Hochsommer, solange die Sonne im Löwen steht, leuchtet der Vollmond im Wassermann. Herz und Gruppe tauschen gegenüber dem Winter die Plätze, jetzt steht der Mond auf der Seite der Gemeinschaft. In der Deutung rückt dieser Vollmond Freundschaften und gemeinsame Vorhaben ins Licht. Er gilt als Moment, dich zu fragen, wofür du dich jenseits des eigenen Vorteils einsetzen willst.
Vollmond in den Fischen
Im Spätsommer, wenn die Sonne in der Jungfrau steht, wird der Mond in den Fischen voll. Häufig ist das der Erntemond. Die Achse ist die von Jungfrau und Fischen, nun mit dem Mond auf der Seite der Hingabe. Gedeutet wird dieser Vollmond als stille, durchlässige Nacht. Er gilt als Zeit, Kontrolle abzugeben und eine anstrengende Arbeitsphase bewusst zu beenden.
Vollmond-Rituale
Vollmond-Rituale sind einfache Gewohnheiten, die den Höhepunkt des Zyklus bewusst markieren. Den meisten genügt dafür der Abend des Vollmonds oder der Abend davor.
Das bekannteste Ritual ist das Loslassen auf Papier. Du schreibst auf, was du abschließen willst, etwa eine Gewohnheit oder einen alten Ärger. Danach zerreißt du den Zettel oder verbrennst ihn in einer feuerfesten Schale. Der Gedanke dahinter: Ab jetzt nimmt das Licht ab, und mit ihm soll auch das Notierte kleiner werden.
Zur Deutung des Vollmonds als Ernte passt eine Liste der Dankbarkeit. Notiere, was seit dem letzten Neumond gewachsen ist, auch wenn es klein war. Wer zum Neumond Absichten aufgeschrieben hat, legt beide Zettel nebeneinander.
Viele legen in der Vollmondnacht ihre Kraftsteine auf die Fensterbank. In der Steinheilkunde gilt Mondlicht als sanfte Art, Steine zu reinigen und aufzuladen. Häufig genannt wird Bergkristall, der als Verstärker anderer Steine gilt. Farbige Steine wie Amethyst nimmt man am Morgen wieder herein, bevor die Sonne auf das Fensterbrett fällt.
Das schlichteste Ritual ist ein Spaziergang am Abend. Der Vollmond geht im Osten auf, während im Westen die Sonne untergeht, und steht dann groß und oft orange gefärbt knapp über dem Horizont. Dass er dort größer wirkt als später hoch am Himmel, ist eine Täuschung der Wahrnehmung.